DIE GRABSTEINE DER WILHELMSKIRCHE

Bei den beiden im Erdgeschoss der Wilhelmskirche in die Wand eingelassenen Grabmälern handelt es sich um Grabplatten, die ehemals auf dem Boden lagen und das Grab bedeckten.Charakteristisch für Grabplatten sind u.a. die körpergroßen Abmessungen, die hochrechteckige Form und oftmals am Rand "umlaufende" Inschriften, die beim Umschreiten der liegenden Platte bequem gelesen werden konnten. 


Grabplatte von Pfarrer Nikolaus Lotichius

Inschrift:

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Übersetzung:

wird bearbeitet

 

 

Die Übersetzung des lateinischen Textes stammt von ...


Ahnentafel des Pfarrers Nikolaus Lotichius

                    


Grabplatte von Frau Maria Freyaltenhoven, geb. von Salms

Grabplatte von Maria Freyaltenhofen - Foto: Thomas Schwab -   Abschrift:  Andreas Schmidt Wettenberg
Grabplatte von Maria Freyaltenhofen - Foto: Thomas Schwab - Abschrift: Andreas Schmidt Wettenberg

Umlaufende Inschrift am Rand, oben zweizeilig:

(oben:)                DIE EDLE VIEL TVGENT REICHE FRAV

(rechts:)              MARIA VON SALMS DES WOHL EDLEN VEST VND RECHT GELEHRTEN

(unten:)               HERRN HERRN ARNOLDI FREY

(links:)                  ALTENHOFENS CHVR BRANDENBVRGISCHEN AMBTMANS VBER

(oben, 2. Zeile:) DIE MARCK NACH GELASSENE WITTIB

 

Fortsetzung im mittleren Feld der Platte:

STARB SEELIG D(EN) XXX IVNY

ANNO M D C LXXVI

 

LEICH TEXT LVC(AS) II V(ERS) XXX

VND ES WAR EINE PROPHETIN

HANNA EINE TOCHTER PHANVEL

VOM GESCHLECHT ASER DIE

WAR WOHL BETAGT VND HATTE

GELEBT SIEBEN IAHR MIT IHREM

MANN NACH IHRER IVNGFRAVSCHAFT

VND WAR NVN EIN WITTWE BEY

VIER VND ACHZIG IAREN DIE

KAM NIMMER VOM TEMPEL VND

DIENET GOTT MIT FASTEN

VND BETTEN TAG VND NACHT

 

SYMB(OLVM) ECCL(ESIASTICA) [=Prediger Salomo] VII V(ERS) III

DER TAG DES TODS IST BESSER

DAN DER TAG DER GEBVRT

 

 


In der oberen Hälfte der Platte sind inmitten eines Kranzes zwei Vollwappen wiedergegeben, vermutlich der rheinländischen Familien Freyaltenhofen (auch Freialdenhoven) und von Salms, aber dies müsste noch verifiziert werden.

 

 

Maria von Salms war mit dem Chur-Brandenburgischen Amtmann Arnold Freyaltenhofen verheiratet.

Dieser Ehe entstammte die  Tochter Maria Gertrud Freialdenhofen, die Ehefrau des Bad Nauheimer Pfarrers Johann Adam Romeiser (geb. 22. April 1638  gest. Rosbach v.d.H. 9. Dezember 1697).

Johann Adam Romeiser war von 1675 bis 1690 ev. reformierter Pfarrer in (Bad) Nauheim.


Grabstein von Johanna Carolina Koch

 

Inschrift auf der Vorderseite

 

Allhier

Ruhen auf Hofnung einer Frölichen auferstehung

die gebeine

weyl.

Frau Frau Johanna Carolina Kochin

gebornen Jacobi

des

Fürst[l.] gegenschliesers allhier

Herrn

Johann Philipp Kochs gewesenen Ehegattin

der 11 Juni 1745 war zu Bobenhausen der 1. Lebenstag

der 23 Febr 1769 der Tag ihrer ehlichen verbindung

2 söhne und 2 Töchter

sind der segen

des vergnügten Ehestandes

der 29 Juli 1778 war der Letzte Tag

Ihres Rühmlichen Lebens

das 33 Jahr 1 Monath 18 Tag gedauert hat

denn nach volbrachtem Lauf

nahm sie gott zum Himel au[f]

 

 


 

Inschrift auf der Rückseite

 

Leichentext  Hiob 17.14

Die Verwesung heiße ich meinen Vater

und die Würmer meine Mutter und meine Schwester

 

Die Blüthe frischer Jugend

Ein reiner Leib und Sitz der Tugend

Des Mannes Lust und Augenweide.

 

Der findet Trost

der anverwanden Freude

genug gelebt genug erworben

wer so wie sie den Herrn gelebt

im Herrn gestorben

 


Der Grabstein ist in einem Abstand von nur wenigen Zentimetern von der Außenwand fest im Boden eingelassen. Eine  fotographische Aufnahme des Textes auf der  Rückseite war daher / bisher nur in Einzelaufnahmen möglich. 


Grabstein von Johann Philipp Mörler

Grabstein Johann Philipp Mörler
Grabstein von Johann Philipp Mörler (Vorderseite)

Foto.Thomas Schwab, Abschrift: Andreas Schmidt/Wettenberg

 

 

Vorderseite:

Darstellung: im Giebelfeld ein Knabe in langem Gewand.

 

Inschrift: 

 

EIN IUNGER KNAB LIGT

ALHIER BEGRABEN, DER

WOLT SEIN GRAB BEIM

GROSVATTER HABEN,

WOLTE AUCH MIT IHM

AUFERSTEHN, UND

ZUR EWIGEN FREUT

EINGEHN.

Mein Lieber vatter Johan(n)

Nicolaus Mörler genandt,

Und Liebe Mutter Christina

bekandt [……………]

[………………………….]

[…………………………]

Die letzten 3 Zeilen sind sehr verwittert, wären vielleicht aber bei guter Ausleuchtung mit seitlich einfallendem Streiflicht noch lesbar.


Grabstein von Johann Philipp Mörler (Rückseite)
Grabstein von Johann Philipp Mörler (Rückseite)

 

Grabstein von Johann Philipp Mörler

 

Rückseite:

 

Inschrift: 

 

IOHANN PHILIP MORLER

BIN ICH GETAUFT CHRISTUS

HAT MICH DURCH SEIN BLUT

ERKAUFT D[EM] HAB ICH GELEB[T]

DEM BIN ICH GESTOR[BEN] DER

SELBE, HAT MIR DEN HI[MMEL]

ERWORBEN. MEI[N] ALT[ER ….]

ICH KAUM ZEHN[………]HR

MANGELTEN 2 [MO]NATH

AHN 8 IA[HR


Grabstein von Johann Hennrich Jenner

Grabstein von Johann Henrich Jenner
Grabstein von Johann Henrich Jenner

Darstellung:

Engel, der einen herabfallenden Vorhang hält, auf dem die Inschrift wiedergegeben ist.

 

Inschrift:

[All]hier fohr [d]iesem stein Ruhet in gott

[der] weyl[.] Ehrsame und Acht bahre herr

[JO]HAN[N] HENRIECH JENNER

[H]ochgräffl. hanauischer gewes[e]ner

saltz mitter welcher im Jahr Christi

1662 auf diese welt g[e]zeuget worten

[und] sich im J[ah]r 1696 [d.] 18 APRIL mit der

[………………… Jung]fer ANNA CHRISTINA

[……………………………]

 

Die untere Hälfte der Inschrift ist abgeblättert.

saltz mitter = Salzmötter

 

 


Auskunft von Herrn Dieter Jehner, Bad Nauheim (Juni 2020):

Johann Heinrich Jenner wurde am 18. Juli 1662 geboren. Die Heirat mit Anna Christia Schäfer war am 18. April 1696.

Anna Christina Schäfer starb am 14. Januar 1773. Johann Heinrich Jenner starb am 28. Februar 1724 im Alter von 61 Jahren.

 

Da sämtliche 10 Kinder verstarben, gründete Johann Heinrich Jenner eine Stiftung für Witwen und Waisen

Grabstein einer unbekannten Person

Der barocke Stein ist nahezu vollkommen abgeblättert. Im Giebel lässt sich mittig noch ein Vollwappen erkennen, das eine menschliche Gestalt als Helmzier zeigt. Rechts oben Reste eines Puttenkopfes mit Flügeln.


DIE GRABSTEINE DER REINHARDSKIRCHE

Grabstein von Johann Friedrich Waitz von Eschen

Grabstein von Johann Friedrich Waitz von Eschen
Grabstein von Johann Friedrich Waitz von Eschen

 

 

 

 

 

HIER

RUHEN IN GOTT DIE GEBEINE

DES WAU HOCHFÜRST. HESSEN HA

NAUISCHEN OBERAMTMANNS

…RATHES AUCH DIRECTORIS DER

HIESIGEN SALINE HERRN JOHANN

FRIEDRICH WAITZ FREIHERRN VON

ESCHEN. ER WARD GEBOREN DEN

20 OCT. 1708, VEREHELICHTE SICH DEN

11. AUG. 1744 MIT CAROLINA DO-

ROTHEA MAGDALENA, EINZIGER

TOCHTER DES VERSTORBENEN VORM.

PUSCH. STAATSMINISTERI FREIHERRN

WAITZ VON ESCHEN, ZEUGTE IN

DIESER EHE 13 KINDER DA-

VON 5 VOR IHM VERSTORBEN.

DIE NOCH 5 LEBENDEN SÖHNE IM

KÖNIG. PREUSS, IM HOCHFÜRSL. HESSEN

KASSEL UND HANAUISCHEN DIENSTEN.

DIE 3 TÖCHTER ABER WOHL VER-

HEIRATET SIND. STARB

DEN 13. JULI 1781 IM

73 JAHR SEINES

LEBENS


Anmerkung:

Bei dem auf dem Grabstein erwähnten JOHANN FRIEDRICH WAITZ VON ESCHEN handelt es sich um den bürgerlichen Amtmann und Salinendirektor Johann Friedrich Hilche. Durch die Heirat mit der Tochter des Freiherrn Siegmund Waitz von Eschen, durfte er auf Wunsch seines Schwiegervaters den Namen und die Standeswürde "Freiherr Waitz von Eschen" annehmen.

Der Salzgräf Siegmund Waitz von Eschen und spätere Minister unter Friedrich dem Großen starb am 7. November 1777 in Berlin und wurde in der Dorotheenkirche begraben.  

Quelle: Alfred Martin, Bad NauheimerJahrbuch, 9. Jahrgang (1930), S. 57 ff.

 

Grabstein von Johann Georg Koch

Grabstein von Johann Georg Koch
Grabstein von Johann Georg Koch

 

 

 

 

 

HIER RUHEN

IN SEELIGER HOFFNUNG

TIT

HERR JOHANN GEORG KOCH

HOCHFÜRSTLICH HESSEN-HANAUISCHER

CAMMERRATH DAHIER

GEBOREN BUSWEILER DEN XVI NOVEMBER

MDCLXXV GESTORBEN NAUHEIM

DEN 1. OCTOBRIS MDCCXXLIX

UND TIT

FRAU JOHANNA CATHARINA FRANCISCA

KOCHIN GEBORENE HANDWERCHIN

GEBOREN HANAU DEN XXIV

JANUARII MDCLXXXVIII

GESTORBEN NAUHEIM

DEN XVII SEPT.

 

MDCCXLVIII


DIE GRABSTEINE DER DANKESKIRCHE

Grabstein von Georg Melchior Langsdorff

Grabstein von Georg Melchior Langsdorff
Grabstein von Georg Melchior Langsdorff

 

 

 

Inschrift:

„Im Jahre 1767/Sterblicher/hier unter diesem Steine hat seine Ruhestätte gefunden/der weiland/Hr. Georg Melchior Langsdorff/Wetzlar war seine Geburtsstadt/Friedberg gab ihm gute Auferziehung/Jena und Göttingen machten ihn reich an /Wissenschaften/ — Nachdem er dahier in Nauheim/ 7 Jahre als Archivarius/ und als Salzrenthmeister 16 Jahre/Gott und seinem Fürsten treu gedienet/und in allem 54 Jahre 1 Monat gelebt hatte/hieß ihn Gott am 19. April was er Sterbliches/an sich hatte, ablegen/die unsterbliche Seele aber/nahm er zu sich auf in die ewigen Hütten/ Seine hinterlassene Wittib/Tit. Frau Maria Margretha/gebohrene Kochin/nebst sechs leiblichen Kindern/liessen ihm (dieses Denkmal/aus schuldiger Dankbarkeit/aufrichten. Mensch, wer du bist, bedenke das Ende, so wirst du nimmermehr Uebels tun. Syr.)". Eingeklammerte Schlusszeilen zerstört, nach älterer Aufzeichnung hier angefügt.

 


Grabstein von Pfarrer Conrad Künßler

Grabstein von Pfarrer Conrad Künßler
Grabstein von Pfarrer Conrad Künßler

 

 

 

 

 

 

 

 

Inschrift:

„Allhier ruhet in seinem Teil bis ans Ende der Tage unter seinen geliebten Pfarrkindern ein fromm und getreuer Knecht Gottes, der Hochehrwürdig und Hochgelahrte Herr Conrad Künßler. 13 Jahre lebte er mit der Hochedel und Tugendbegabten Frauen Catharinen Sara de Bàry in einer vergnügten Ehe, die der Herr mit einer einzigen Tochter gesegnet. 23 Jahr hat Er die hiesige Heerde Christi in Nauheim willig und von Hertzensgrund geweidet. Das 54. Jahr seines alters war das seelige Jahr seiner Erblassung, da Ihn Gott am 18. April 1735 eingehen hieß durch einen seligen todt zur ewigen Freude und dadurch lassen den entseelten Leib in den Todt eingehen".